Jahresrückblick 2012

Wenn hier schon sonst nichts mehr passiert – auf den beliebten Jahresrückblick muss niemand verzichten. Also: Das war 2012…

JANUAR
Philip ist arbeitslos. Zumindest für einen Tag. Um sich die Chancen auf den Gründerzuschuss zu bewahren, meldet er sich erst am 2. Januar aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig. Seine Auftraggeber: die MAZ in Falkensee, der MAZ-Sport, BIG, Aktiv Laufen, Eishockey-News und das Leichtathletik-Magazin. Am liebsten würde er einfach bloß schreiben, aber es gibt ja so furchtbar viel Papierkrams zu erledigen: der Businessplan muss geschrieben, die Homepage aktualisiert und der Antrag an die Künstlersozialkasse ausgefüllt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch zuversichtlich, dass das mit dem Gründerzuschuss schon irgendwie klappen wird… In Seeburg schaut Philip den Tennis-Assen Sabine Lisicki und Julia Görges zu, und bei der Grünen Woche schüttelt er (wieder einmal) den Kopf darüber, wie viel die Menschen fressen können.

FEBRUAR
Traditionell geht es im Februar zur Berlinale, diesmal zu einem Film aus der „Generation 14+“ – wobei man angesichts der vielen Sexszenen in „Joven y Alocada“ auch über 18+ hätte nachdenken können. Der Film aus Chile haut Maike und mich nicht wirklich vom Hocker. Dann schon eher der neue, massive und deutlich größere Tisch fürs Wohnzimmer. Ansonsten steht der Monat im Zeichen der Leichtathletik: Ich berichte vom Stabhochsprung-Meeting im Potdamer Stern-Center ebenso wie von den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe, von dort auch für den Tagesspiegel und die Lausitzer Rundschau. Seit Mitte Februar heißt Philip außerdem Olli. Ich übernehme für zwei Monate die Redakteursstelle von Olli in Falkensee und kümmere mich fortan um die Gemeinden Dallgow-Döberitz und Schönwalde-Glien.

MÄRZ
Es beginnt feierlich: Ole feiert seinen Geburtstag nach, Torben ebenso. Kurz darauf die ITB, ein Pflichttermin in jedem März. Wie immer komme ich mit Bergen von Prospekten nach Hause und plane in Gedanken schon die nächsten Reisen in ferne und nicht so ferne Länder. Vorerst aber fahren Maike und ich bloß nach Bremen und besuchen Kathy und ihren (Noch-)Freund Ole. Die Stadt wird erkundet und im Outlet-Center fleißig eingekauft. Ende des Monats kriegen wir dann Besuch von Max aus Köln, den ich vor Jahren (ich glaube es war im Sommer 1999) im Rahmen des Into-Austauschs nach Kanada kennengelernt hatte. Immer wieder schön, wenn so eine Freundschaft trotz Distanz so lange hält. Achja: Der Gründerzuschuss ist mittlerweile abgelehnt worden.

APRIL
Was für ein Osterwochenende! Karfreitag geht es ins Grips-Theater zum köstlichen „Frau Müller muss weg“, Samstag dann ins Kino zu „Iron Sky“. Ostersonntag fahren Maike, Simone, Torben und ich gemeinsam nach Wünsdorf und besichtigen die ehemalige Bunker- und heutige Bücherstadt. Und am Ostermontag schließlich wird lecker gebruncht. Das gibt Kraft für die anstehende Steuererklärung, die erste gemeinsame der nicht mehr ganz so frisch Verheirateten. Mitte April geht es mal wieder nach Gütersloh. Dort stecken wir die Köpfe über diversen Skiprospekten zusammen und planen unseren Skiurlaub mit Jovana und Heiko im Januar 2013. Zu dem Zeitpunkt konnte ja noch keiner ahnen, dass wir uns die Planungen hätten sparen können… Ein paar Tage später wird Philip 29, er feiert am Wochenende darauf und ist tags darauf mit Andreas schon wieder fleißig beim Spreewald-Marathon. Am letzten April-Wochenende trifft man sich mit Ole in Leverkusen zum letzten Bayer-Heimspiel der Saison gegen Hannover 96. Bayer gewinnt – darauf ein Kölsch, oder zwei, oder drei, oder sechs…

MAI
Es gibt immer noch Dinge, die man noch nie gemacht hat. In diesem Mai werden sie endlich nachgeholt. Ein Kochkurs zum Beispiel, oder ein Besuch im Heidepark. Dort fahre ich sogar Achterbahnen! Einen Tag, nachdem Philip im Olympiastadion die 2:5-Schlappe der Bayern gegen den BVB im Pokalfinale als Volunteer im Bayern-Block hautnah miterlebt, fliegt er dann mit Maike nach Barcelona in den ersten Teil des Jahresurlaubs. Maike verliebt sich sofort in die Stadt und auch Philip genießt das Gewimmel der Altstadtgassen, die Sagrada Familia, das warme Wetter – und vor allem die vielen leckeren Tapas-Bars. Als er zurückkommt, muss er gleich schon wieder los, zum Springermeeting nach Garbsen. Eigentlich eine kurze Fahrt…wenn denn kein Mega-Stau wäre, der bei 30 Grad nochmal doppelt so schön ist. Über die kleinen Käffer erreicht Philip irgendwann sein Ziel – und ahnt nicht, dass die Rückfahrt noch einmal genauso „schön“ werden wird. Ein Wochenende später steht schon wieder Leichtathletik auf dem Programm, diesmal in Dessau. Maike hat ihn sowieso rausgeschmissen, weil die Wohnung voll ist mit Gästen für Jovanas Junggesellenabschied. Da macht es ihr auch nichts, dass Philip am Pfingstsamstag bis nach Mitternacht noch für die MAZ über seinem Text vom weltgrößten Klassentreffen in Falkensee brütet. Tags darauf darf er dann zurück zu seiner Frau – mit der er am 31. Mai nun schon ganze 9 Jahre zusammen ist!

JUNI
Jovana und Heiko heiraten – wir sind dabei und Maike sogar Trauzeugin. Ich darf immerhin die Kamera halten und die Trauzeremonie filmen. Kurz darauf beginnt die Fußball-EM. Es wird viel geguckt, aber es bleibt auch noch genug Zeit für andere Dinge. In der Max-Schmeling-Halle erlebt Philip live, wie sich die deutschen Volleyballer für Olympia qualifizieren. In großem Gefolge mit Maikes Eltern und Martin geht es eine Woche später zum Jazzfest nach Idstein. Trotz miesem Wetter eine schöne Sache und vor allem für Maike fast so etwas wie eine Rückkehr nach Hause. Eine Reise in die Vergangenheit ist auch Philips Abitreffen im Britzer Garten. Zehn Jahre nach dem Abitur im Jahr 2002 treffen sich immerhin rund 30 ehemalige Lieschen-Schüler, um in alten Erinnerungen zu schwelgen und vor allem immer wieder zu fragen: Und was machst du so? Ich hätte antworten können: Ich fliege bald nach Helsinki zur Leichtathletik-EM. Die findet Ende des Monats statt und beschert mir viel Arbeit, viel Knete, viel Spaß und außerdem noch eine prallgefüllte „Bestechungs-Tüte“ von Li-Ning.

JULI
Waren wir nicht gerade erst verreist? Egal! Mitte Juli geht es schon wieder in die Ferne. Ihren ersten Hochzeitstag verbringen Maike und Philip im mittelalterlichen Tallinn. Eine tolle Stadt, selbst wenn das Wetter nicht ganz so berauschend ist. Besonders beeindruckend: wie die einheimischen Frauen mit Mörder-Absätzen problemlos über das Pflaster stolzierten. Von Tallinn aus geht es via Hamburg direkt weiter nach Sylt – für Maike noch zwei Wochen, für Philip immerhin eine. Das Wetter ist auch dort nicht grandios, aber die Insel hat auch bei trübem Himmel ihre Reize. Was sonst noch war in diesem Monat? Viktoria empfängt Hertha BSC zu einem Testspiel „umme Ecke“ im Friedrich-Ebert-Stadion. In der Komischen Oper ist Hochkultur angesagt: „Shadowland“, ein tanzendes Schattenkabinett. Und Ende Juli fangen endlich die Olympischen Spiele an – das abendliche Fernsehprogramm im Hause Voelmy-Häfner ist in den kommenden Wochen entsprechend monoton.

AUGUST
Ein neuer Mann erscheint auf der Bildfläche. Zu diesem Zeitpunkt nennen wir ihn Zwerg, manchmal auch Minimonster. Maike ist schwanger, der Test ist eindeutig und die Freude riesengroß. Vorerst erfahren aber nur unsere Eltern davon und müssen schwören, noch nichts zu verraten. Auch beim WLU-Wochenende ist das Baby kein Thema. Diesmal treffen sich Stefan, Ronny, Yvonne und ich in Berlin, leider ohne Lara. Das Programm bietet allerlei Aktivitäten, die selbst ich als gebürtiger Berliner noch nie gemacht habe: Klettern im Kletterpark, Schwarzlicht-Minigolf, Kanufahren in Klein-Venedig, ein Besuch im Mauerpark und eine Selbstfahrer-Tour mit dem Trabi durchs nächtliche Berlin. Es ist mit Abstand das schlimmste Auto, mit dem ich jemals gefahren bin! Eine Woche nach dem Laurier-Treffen geht es mit Torben und Maike zum Ärzte-Konzert in die Waldbühne. Schließlich soll der kleine Zwerg ja schon mal auf die richtige Musik eingestimmt werden.

SEPTEMBER
Beim Frauenarzt strampelt der kleine Zwerg schon fleißig. Noch aber steht das Geschlecht nicht fest, auch wenn inzwischen fast jeder schon danach fragt. Bei der MAZ hat es mich inzwischen nach Nauen verschlagen, weil Kollege Andreas krank ist und Jens den ländlichen Raum nicht ganz alleine abdecken kann. Bis Ende des Jahres fahre ich deshalb nicht mehr nach Falkensee, sondern teilweise bis nach Friesack. Die Leichtathletik-Saison klingt derweil langsam ab. Das ISTAF ist ein Pflichtbesuch, diesmal wieder als Journalist fürs LA-Magazin und den Tagesspiegel und nicht bloß als Beobachter. Beim Berlin-Marathon hingegen stehe ich wie immer als „Banana Boy“ meinen Mann. Mit Andreas geht es in diesem Monat zweimal auf große Recherche-Tour für Aktiv Laufen: zunächst zu den Stienitzsee Open nach Hennickendorf und dann mit Models und haufenweise Mode nach Hiddensee. Das Wochenende schlaucht wahnsinnig, ist aber trotzdem ein schönes Erlebnis. Und ich denke: Ich habe schon echt einen tollen Job!

OKTOBER
Der Oktober bringt einzigartige Ereignisse – und ich bin dabei: Alba empfängt Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks und damit als erster deutscher Basketballklub ein Team aus der NBA. Deutschland führt in der WM-Qualifikation bereits 4:0 gegen Schweden und spielt doch nur 4:4 unentschieden. Und Berlin feiert 775. Geburtstag. Das Stadtfest im Nikolaiviertel ist allerdings eine einzige Enttäuschung. Umso schöner sind der erholsame Kurztrip nach Kleindöbra und der Besuch von Jovana und Heiko in Berlin mit Minigolf, Marzahner Gärten der Welt und massig Pizza bei unserem neuen Kult-Italiener in Friedenau. Beruflich läuft es weiter bestens. Seit neuestem schreibe ich auch gelegentlich für die Berliner Morgenpost. Die alten Kontakte aus dem Praktikum haben sich bewährt. Maike würde auch gerne arbeiten, doch sie darf nicht. Ihre Chefin erteilt ihr Ende Oktober ein Beschäftigungsverbot.

NOVEMBER
Es ist ein Junge! Die Bilder sind eindeutig, angesichts der gespreizten Beine gibt es keinen Zweifel mehr am Geschlecht. Der kleine Mann erfreut sich offenbar bester Gesundheit, bei der Feindiagnostik strampelt er eine halbe Stunde ununterbrochen. Wahrscheinlich freut er sich einfach schon auf sein neues Kinderzimmer, das wir gerade herrichten, und auf den Kinderwagen, der schon jetzt bestellt wird – schließlich sind die Lieferzeiten länger als bei einem Auto! Bei Kathy wird kurz nach Halloween Kostümparty gefeiert. Ich kurz darüber nach, häufiger mit Vokuhila und Pornobrille auf die Straße zu gehen, lasse den Gedanken dann aber schnell wieder fallen. Vielleicht ja zum Pfingstsportfest 2013, für das die Vorbereitungen in diesem Monat anlaufen. Für Maike und mich beginnen außerdem die Konzertwochen. Den Anfang machen Alabama Shakes. Später erleben wir auch noch den grandiosen Auftritt von Ed Sheeran in der Columbiahalle – ein Geschenk zu Maikes Geburtstag.

DEZEMBER
Maikes Eltern ziehen um. Aus der Ringbahnstraße geht es nach Buckow ins frühere Haus von Maikes Oma. Wir helfen beim Umzug – und ich bin danach erstmal krank. Trotzdem gehen die Kulturwochen weiter: Erst gastiert der Cirque du Soleil in Berlin, eine Woche später rocken Seeed die Max-Schmeling-Halle. Maike und ich entscheiden uns für ein neues Auto, weil in meinen kleinen Hyundai nie im Leben ein Kinderwagen passen würde. Die Wahl fällt auf Skoda und einen Roomster, so richtig schick mit Panoramadach. Kurz vor Weihnachten fährt Maike nochmal nach Gütersloh, um gemeinsam mit Jovana und Adriana tonnenweise Plätzchen zu backen. Ich bin derweil fleißig in Berlin, damit ich an den Feiertagen möglichst nichts mehr arbeiten muss. Das Vorhaben gelingt. Heiligabend findet diesmal im neuen Haus der Voelmys statt, am ersten Feiertag geht es zu Liane und danach zu Margie und Gustl. Silvester schließlich wird in Berlin mit Jovana, Heiko und Adriana gefeiert. Alle wollen wissen, ob wir uns denn schon einen Namen ausgesucht hätten. Ja, haben wir. Der wird aber erst im Jahresrückblick 2013 verraten!

29.12.12 16:09

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Eltern (2.1.13 11:07)
Mannomann, ganz schön pralles Jahr ! Schön !!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen