Berlinale 2011

Das Kalenderblatt zeigt Februar, und das heißt: Es ist wieder Filmfestzeit! Der Berlinale steht an und Philip ist dabei. Insgesamt - ich habe nachgezählt - waren das in diesem Jahr schon meine Film Nummer 6 und 7; davor hatte ich schon den supergenialen Film über Kindersoldaten in El Salvador aus dem Jugendfilmfest (Voces Inocentes - übrigens komplett zu finden auf Youtube), die beiden finnischen beziehungsweise französischen Naja-geht-so-Filme, die Dokumentation über Folter in Abu Ghuraib (Standard Operating Procedure) und den fantastischen Film über die Kreuzberger Frauenfußballer, die in den Iran reisen (Football Under Cover).
Also, Film Nummer 6: "Amnistia", in albanischer Film aus dem "Forum". Es geht um eine Frau und einen Mann, deren Partner jeweils im Gefängnis sitzen. Einmal im Monat dürfen sie für einen erotischen Besuch vorbeikommen. Dabei kommen sie sich selbst näher. Bis eine Amnestie ihrer Liebesbeziehung ein jähes Ende setzt. Der Film, wie eine Frau im Kino treffend ausdrückte, sehr übersetzerfreundlich. Es wird nicht viel geredet, oftmals sind mehrere Szenen hintereinander ohne ein einziges Wort. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. Auch wenn die Bilder wirklich stark waren! Schwach am Film war auch, dass die Charaktere und die Liebesbeziehung erst sehr langsam entwickelt werden, das Ende durch einen Schuss aus der Pistole dann aber doch arg plötzlich kommt. Dafür haben die Bilder aus Albanien schwer beeindruckt. Mannoman, diesem Land geht es echt noch nicht gut... Gesehen habe ich den Film übrigens im Kiezkino "Toni & Tonino" in Weißensee. Und ratet mal, wer eine Reihe vor mir saß? Der Regisseur Michael Verhoeven und seine Frau Senta Berger!
Film Nummer 7 war gestern "Les Contes de la Nuit", die Märchen der Nacht, ein Film aus dem Wettbewerb. Eine Mischung aus 3D und Scherenschnitt, mit sechs fantastischen kurzen Märchen. Ganz verschiedene Geschichten waren das, von einem Trommler aus Afrika, dann einem unglücklich verliebten Werwolf, ein Märchen aus dem Mittelalter, eines aus dem Land der Azteken oder eines anderen Volkes aus Mittelamerika, eines, das irgendwie an Alice im Wunderland erinnerte, in dem ein Junge in eine Höhle fiel und dort Prüfungen zu bestehen hatte, und schließlich eine Geschichte aus Tibet. Toll gemacht, allesamt - aber auf Dauer auch irgendwann ermüdend. Sechs Märchen waren ok, mehr hätten es aber auch nicht sein dürfen. Zumal die verbindende Handlung - 2 Kinder treffen sich in einem alten Kino - nicht wirklich überzeugte. Aber was soll's, das war wirklich mal ein ungewöhnlicher Film, für den sich der Gang zur Berlinale gelohnt hat. Und man konnte dabei prima Französisch lernen, zum Beispiel so tolle Worte wie "faire tam-tam" für trommeln.

15.2.11 21:46

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